(Berlin, 18.10.2015) Antisemitische Beleidigung und Bedrohung bei Fußballspiel

(Berlin, 18.10.2015) „Am vergangenen Sonntag wurde die dritte Herrenmannschaft des Fußballvereins TuS Makkabi Berlin erneut Ziel eines antisemitischen Übergriffs. Beim Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Neukölln waren die Spieler des jüdischen Vereins massiven Bedrohungen ausgesetzt, sodass das Spiel in der Verlängerung abgebrochen werden musste. »Ich stech dich ab«, »Wir kommen gleich mit unseren Messern«, »Nach dem Spiel seid ihr tot« oder »Du hast dir gerade dein eigenes Grab geschaufelt«, lauteten einige der Drohungen von Spielern mit vermutlich arabischen Wurzeln, wie Makkabi-Teamkoordinator Leonard Kaminski im Gespräch mit der Jüdischen Allgemeinen berichtet. Er vermutet einen Bezug auf die derzeitigen Messerattacken in Israel.

Der Schiedsrichter Werner Maass bestätigte dieser Zeitung, dass er am Ende des Spiels diese Äußerungen selbst gehört und sich auch selbst bedroht gefühlt habe. Die Situation eskalierte, als der Neuköllner Kapitän nach einem Faustschlag ins Gesicht eines gegnerischen Spielers die Rote Karte erhielt und damit vom Feld verwiesen wurde. »Die Spieler waren übertrieben aggressiv, grätschten uns seit der zweiten Halbzeit grundlos um«, beschreibt Kaminski die Vorfälle. Neuköllns Kapitän habe seinen Mitspielern nach dem Platzverweis zugerufen, sie sollen ihre Messer rausholen, woraufhin sich einige Ersatzspieler am Rande des Spielfelds mit leeren Glasflaschen aus Müllcontainern bewaffneten.

[…]

Der Vorsitzende des 1. FC Neukölln, Abbas Berjawi, wies die Vorwürfe zurück. Dass es Morddrohungen gegeben habe, sei eine »absurde Lüge«, wie er der Jüdischen Allgemeinen sagte. Vielmehr seien seine Spieler verschiedener Herkunft als »ISIS-Terroristen« beleidigt worden. Sein Team habe »unter diesen Umständen« nicht weiterspielen wollen. Deshalb verließ es kurz vor Spielende selbst das Feld und ließ das Spiel abbrechen. Dass seine Spieler anschließend propalästinensische T-Shirts zeigten und die Kabine stürmen wollten, stimme ebenfalls nicht. »Makkabi kann alles erzählen. Denen wird alles geglaubt.«

Der Vereinsfunktionär vermutet offenbar eine Verschwörung: »Die haben überall auf der Welt Aufmerksamkeit und wollen diese jetzt auch noch im Fußball«, so Berjawi zur Jüdischen Allgemeinen. Leonard Kaminski bekräftigt, dass es von seinem Team aus keine auf Herkunft und Religion abzielende Beleidigungen in Richtung der Neuköllner gab. “

Quelle: Jüdische Allgemeine

Unterstützende
CC-by-sa-3.0 de Gerd Seidel

Roderich Kiesewetter, MdB CDU

"Antisemitismus ist Ausdruck einer rückständigen Kultur und inhumanen Denkweise. Ebenso wie zahlreiche weitere Ausformungen des Rassismus darf auch er keinen Platz in unserem Alltag finden. Antisemitismus ist nicht mit unserer ...

Foto: (CC) Stephan Roehl

Volker Beck, MdB Bündnis 90/Die Grünen

“Es ist deshalb demokratische Pflicht, jedem Erscheinen von Antisemitismus entschlossen entgegen zu treten.”

Foto: © Gitta Connemann (CDU-Fraktion)

Gitta Connemann, MdB CDU / Fraktionsvize

“Wer der Demokratie dient, bekämpft Antisemitismus.“

Foto: (CC) Gegenbauer Holding SE & Co. KG

Werner Gegenbauer, Präsident Hertha BSC

“Es ist und wird Hertha BSC immer ein Anliegen sein, gegen Diskriminierung jeder Art einzutreten! Denn Toleranz, Fairness, Respekt und Hilfsbereitschaft sind uns wichtig.”

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin

“Eine tolerante und vielfältige Stadt der Vielfalt kommt nicht von selbst. Man muss sich immer wieder dafür stark machen. Mit den Mitteln des Rechtsstaates ebenso wie mit Dialog und Begegnung, ...

Foto: (CC) Petra Pau

Petra Pau, MdB DIE LINKE, Bundestags-Vizepräsidentin

“Ich schäme mich, dass das nötig ist, und ich bin dabei, weil es nötig ist.”

Foto: © Regina Schmeken, Berlin

Prof. Dr. Peter Raue, Jurist, Sammler und Kunstliebhaber

“Nur ein freiheitlicher Rechtsstaat kann Antisemitismusbekämpfung - wie jeden Kampf gegen Rassismus - zu einer tragenden Säule seiner Existenz glaubwürdig erklären.“

Foto: (CC) Patrick Gutsche

Dr. Berndt Schmidt, Intendant Friedrichstadt-Palast Berlin

"Was ich (...) an unterschwelligem und offensichtlichem Judenhass, Stereotypen und Antizionismus gesehen, gelesen und gehört habe (...), ist beschämend und in seinen Ausdrucksformen beängstigend."

Foto: © Monika Schwarz-Friesel

Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel, Technische Universität Berlin

“Das JFDA verdient eine breite gesellschaftliche Unterstützung.”

Foto: (CC) Michael Thaidigsmann

Dr. h.c. Friede Springer, Verlegerin

“Ein großes Bündnis der Vernunft und des Anstandes ist notwendig, um dem Judenhass zu begegnen. Das JFDA kann dabei eine wichtige Stimme sein.”