Präsentation von Schülerplakaten in Berliner Ardenne-Gymnasium

Hass gegen Juden gefährdet auch Demokratie – Präsentation von Schülerplakaten in Berliner Ardenne-Gymnasium

Am 23. Juni 2017 zeigte sich die Aula des Manfred-von-Ardenne-Gymnasiums in Berlin-Hohenschönhausen in einem festlichen Kleid. Der Anlass: Bereits im Januar hatten Schüler_innen der Klassenstufe 9 Plakate gestaltet als sichtbares Ergebnis einer Lernwerkstatt mit dem Titel: VORURTEILE ABBAUEN – ANTISEMITISCHE RESSENTIMENTS BEKÄMPFEN. Frau Dr. Lasch begrüßte zunächst das anwesende interkulturelle und interreligiöse Team des Berliner Jüdischen Forums mit Levi Salomon, Peter-M. Utasch, Max Bursche und Ilker Duyan sowie teilnehmende Vertreter der politischen Parteien als interessierte Gäste und Gesprächspartner.

Anschließend erläutert Levi Salomon die Arbeit des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus in Zusammenarbeit mit den Türkischen Bund Berlin-Brandenburg. Er spricht über die vielgestaltige Arbeit des Jüdischen Forums in seinem Einsatz für die Erhaltung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und der Rechte aller Menschen auf die freie Entfaltung ihres Lebens und der Gesellschaft. Hass oder Abwertungen gegenüber Juden schließt in der Regel auch Ablehnung gegenüber anderen Menschen ein, die als fremd empfunden werden und denen negativ-bedrohliche Eigenschaften zugeschrieben werden.

Die grundlegenden Worte endeten mit einem Aufruf an die Anwesenden: „ Wir brauchen Verbündete – in Kirchen wie in politischen Institutionen und ganz besonders auch in den Schulen unter Schüler_innen und ihren Lehrer_innen.“

Dann stellen die Jugendlichen ihre Plakate vor. Ein Schüler formuliert sein Thema: „Die Menschen … so bunt wie der Regenbogen“. Auf einem anderen Plakat sieht man, wie ein Kind ein Bild mit einem Fußabdruck auf die Straße malt. Der Schüler fragt sich: „Wer hat dem Kind so etwas beigebracht?“ Ein weiteres Plakat wendet sich „Gegen Rassismus“. Der Kommentar: „Niemals darf ein Mensch – auch kein Nazi – mit Ungeziefer oder Tieren verglichen werden. Nazis sollte man mit guten Argumenten umstimmen.“ An dieser Stelle richtet Danny Freymark (seit 2011 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin) sein Wort an die fast 60 versammelten Teilnehmer: „Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, Demokratie lebt von Gestalten von Meinungsvielfalt, es ist so wichtig, sich einzubringen, sich nicht zurückzuziehen. Ich wünsche mir so sehr, dass Schüler auch für Demokratie streiten.“ – Viel Beifall!

Ilker Duyan sprach anwesende Jugendliche an, deren Äußeres oder deren Namen auf einen Migrationshintergrund schließen lassen können. Als Vorstand des Türkischen Bundes Berlin-Brandenburg (TBB) kennt er zahlreiche Felder aktueller Diskriminierung in Deutschland etwa bei Bewerbungen oder der Wohnungssuche. Er verweist auf die Unterstützung des TBB und ähnlicher Einrichtungen. Und dann erzählt er, wie er als junger Mann nach Deutschland kam und mit guter Ausbildung auch seine berufliche Laufbahn erfolgreich gestalten konnte. Zum Schluss bedankt sich das Team bei den Jugendlichen, bei der Schulleiterin, Frau Oberstudiendirektorin Sardisong, und bei den Lehrerinnen Frau Useli und Frau Dr. Lasch und erhält für seine Arbeit an der Schule kräftigen Beifall.

Unterstützende
CC-by-sa-3.0 de Gerd Seidel

Roderich Kiesewetter, MdB CDU

"Antisemitismus ist Ausdruck einer rückständigen Kultur und inhumanen Denkweise. Ebenso wie zahlreiche weitere Ausformungen des Rassismus darf auch er keinen Platz in unserem Alltag finden. Antisemitismus ist nicht mit unserer ...

Foto: (CC) Stephan Roehl

Volker Beck, MdB Bündnis 90/Die Grünen

“Es ist deshalb demokratische Pflicht, jedem Erscheinen von Antisemitismus entschlossen entgegen zu treten.”

Foto: © Gitta Connemann (CDU-Fraktion)

Gitta Connemann, MdB CDU / Fraktionsvize

“Wer der Demokratie dient, bekämpft Antisemitismus.“

Foto: (CC) Gegenbauer Holding SE & Co. KG

Werner Gegenbauer, Präsident Hertha BSC

“Es ist und wird Hertha BSC immer ein Anliegen sein, gegen Diskriminierung jeder Art einzutreten! Denn Toleranz, Fairness, Respekt und Hilfsbereitschaft sind uns wichtig.”

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin

“Eine tolerante und vielfältige Stadt der Vielfalt kommt nicht von selbst. Man muss sich immer wieder dafür stark machen. Mit den Mitteln des Rechtsstaates ebenso wie mit Dialog und Begegnung, ...

Foto: (CC) Petra Pau

Petra Pau, MdB DIE LINKE, Bundestags-Vizepräsidentin

“Ich schäme mich, dass das nötig ist, und ich bin dabei, weil es nötig ist.”

Foto: © Regina Schmeken, Berlin

Prof. Dr. Peter Raue, Jurist, Sammler und Kunstliebhaber

“Nur ein freiheitlicher Rechtsstaat kann Antisemitismusbekämpfung - wie jeden Kampf gegen Rassismus - zu einer tragenden Säule seiner Existenz glaubwürdig erklären.“

Foto: (CC) Patrick Gutsche

Dr. Berndt Schmidt, Intendant Friedrichstadt-Palast Berlin

"Was ich (...) an unterschwelligem und offensichtlichem Judenhass, Stereotypen und Antizionismus gesehen, gelesen und gehört habe (...), ist beschämend und in seinen Ausdrucksformen beängstigend."

Foto: © Monika Schwarz-Friesel

Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel, Technische Universität Berlin

“Das JFDA verdient eine breite gesellschaftliche Unterstützung.”

Foto: (CC) Michael Thaidigsmann

Dr. h.c. Friede Springer, Verlegerin

“Ein großes Bündnis der Vernunft und des Anstandes ist notwendig, um dem Judenhass zu begegnen. Das JFDA kann dabei eine wichtige Stimme sein.”