Lernwerkstatt „Warum die Juden?“, 29.01.2018-31.01.2018, Gymnasium Panketal (Brandenburg)

Im Rahmen des Modellprojekts „Vorurteile abbauen, antisemitische Ressentiments bekämpfen“ fand vom 29. bis 31. Januar die Lernwerkstatt unter dem Titel „Warum die Juden?“ statt. Zwei Gruppen von je neun, bzw. zehn Schülerinnen und Schülern absolvierten die Lernwerkstatt nacheinander und im Wechsel mit einem zweiten Workshop im Rahmen des Modellprojekts „Augen auf!“ des JFDA zum Thema „WIR sind das Volk – Wer sind WIR?“.

Zur Einstimmung in das Thema Vorurteile wurde jeder Durchgang mit der Übung „a fresh start“ begonnen. Mit dem Arbeitsauftrag aus einer Liste diejenigen Personen auszuwählen, die sie auf eine unbewohnte Insel mitnähmen, wurden die TL darauf aufmerksam gemacht, wie insbesondere bei Entscheidungssituationen im Alltag auf allgemeine und ggf. stereotype Vorstellungen zurückgegriffen wird.

Wie sich diese allgemeinen Vorstellungen zu Vorurteilen im Spezifischen verhalten, wurde anhand geläufiger Beispiele (durch Abfrage und Nennung durch Teamer) gemeinsam erarbeitet. Die Gruppen analysierten, dass es sich bei Vorurteilen im engeren Sinne um (unzulässige) Verallgemeinerungen handelt, die vor allem auf die Unterscheidung von Gruppen von Menschen entsprechend der Zuordnung „Wir-Die“ und die Abwertung der „Die“-Gruppe abzielen.

Anschließend wurde mittels Textarbeit in Gruppen erarbeitet warum gerade Juden historisch besonders exponiert für Vorurteile und Feindseligkeit seitens der jeweiligen Mehrheitsgesellschaft waren. Anhand der Texte analysierten unterschiedliche Versuche Judentum anhand unterschiedlicher Dimensionen wie Glaube, Traditionen, Volkszugehörigkeit zu definieren. Dabei wurde vor allem die Schwierigkeit der Verallgemeinerung, als auch der Unterschied von Selbst- und Fremdzuschreibungen hervorgehoben, und das Zusammenwirken dieser Faktoren mit Ab- und Aufwertung betont.

Die Geschichte der unterschiedlichen Erscheinungsformen des Antisemitismus wurde von den TL anhand historischer judenfeindlicher Darstellungen vom Mittelalter bis zur Neuzeit in Partnerarbeit analysiert und vorgestellt. Zuvor wurden die grundlegenden Charakteristika sowohl der christlich geprägten Judenfeindschaft als auch des modernen Antisemitismus anhand von den im Rahmen des Projekts „Vorurteile abbauen“ selbst produzierten Experteninterviews vorgestellt, so dass die TL anschließend die einzelnen abwertenden Darstellungen von Juden auf die allgemeine Stoßrichtung der Judenfeindschaft in den unterschiedlichen Epochen beziehen konnten.

Welche Erscheinungsformen Antisemitismus heute annehmen kann, analysierten die TL wiederum in Partnerarbeit anhand unterschiedlicher durch das JFDA produzierten Videoclips, die antisemitische Äußerungen beispielsweise bei Sportveranstaltungen oder politischen Versammlungen vorführten. Dabei fiel vor allem auf, dass Antisemitismus im Kontext von Rechtsextremismus und Neonazismus innerhalb der TL-Gruppe eher geläufig, Phänomene wie die Relativierung der Shoa durch Vergleiche insbesondere der Politik des jüdischen Staates Israel mit dem Nationalsozialismus (israelbezogener Antisemitismus, „sekundärer“ Antisemitismus) eher weniger bekannt waren.

Die Schülerinnen und Schüler formulierten abschließend ihre eigene Haltung zum Thema Antisemitismus anhand ihrer Arbeitsergebnisse auf selbstgestalteten Plakaten. Dazu griffen einige von ihnen Themen aus der Geschichte des Antisemitismus, andere Bezüge zum Judentum, die während der Lernwerkstatt bearbeitet wurden, auf.

 

(Alle Fotos (c) JFDA e.V.)

Unterstützende
CC-by-sa-3.0 de Gerd Seidel

Roderich Kiesewetter, MdB CDU

"Antisemitismus ist Ausdruck einer rückständigen Kultur und inhumanen Denkweise. Ebenso wie zahlreiche weitere Ausformungen des Rassismus darf auch er keinen Platz in unserem Alltag finden. Antisemitismus ist nicht mit unserer ...

Foto: (CC) Stephan Roehl

Volker Beck, MdB Bündnis 90/Die Grünen

“Es ist deshalb demokratische Pflicht, jedem Erscheinen von Antisemitismus entschlossen entgegen zu treten.”

Foto: © Gitta Connemann (CDU-Fraktion)

Gitta Connemann, MdB CDU / Fraktionsvize

“Wer der Demokratie dient, bekämpft Antisemitismus.“

Foto: (CC) Gegenbauer Holding SE & Co. KG

Werner Gegenbauer, Präsident Hertha BSC

“Es ist und wird Hertha BSC immer ein Anliegen sein, gegen Diskriminierung jeder Art einzutreten! Denn Toleranz, Fairness, Respekt und Hilfsbereitschaft sind uns wichtig.”

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin

“Eine tolerante und vielfältige Stadt der Vielfalt kommt nicht von selbst. Man muss sich immer wieder dafür stark machen. Mit den Mitteln des Rechtsstaates ebenso wie mit Dialog und Begegnung, ...

Foto: (CC) Petra Pau

Petra Pau, MdB DIE LINKE, Bundestags-Vizepräsidentin

“Ich schäme mich, dass das nötig ist, und ich bin dabei, weil es nötig ist.”

Foto: © Regina Schmeken, Berlin

Prof. Dr. Peter Raue, Jurist, Sammler und Kunstliebhaber

“Nur ein freiheitlicher Rechtsstaat kann Antisemitismusbekämpfung - wie jeden Kampf gegen Rassismus - zu einer tragenden Säule seiner Existenz glaubwürdig erklären.“

Foto: (CC) Patrick Gutsche

Dr. Berndt Schmidt, Intendant Friedrichstadt-Palast Berlin

"Was ich (...) an unterschwelligem und offensichtlichem Judenhass, Stereotypen und Antizionismus gesehen, gelesen und gehört habe (...), ist beschämend und in seinen Ausdrucksformen beängstigend."

Foto: © Monika Schwarz-Friesel

Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel, Technische Universität Berlin

“Das JFDA verdient eine breite gesellschaftliche Unterstützung.”

Foto: (CC) Michael Thaidigsmann

Dr. h.c. Friede Springer, Verlegerin

“Ein großes Bündnis der Vernunft und des Anstandes ist notwendig, um dem Judenhass zu begegnen. Das JFDA kann dabei eine wichtige Stimme sein.”